Veranstaltung organisiert durch die BAGIV zum Thema:
Organisationen die teilgenommen haben waren unter anderem:
Die Tagesveranstaltung "Stärkung und Aktivierung des Potentials von
Migrantenselbstorganisationen für die Integration von Zuwanderern", die
am 2. Juni 2007 in den Räumlichkeiten der OEK in Bonn stattfand, wurde
von Frau Dr. Gunst mit einer herzlichen Begrüßung eröffnet.
In einer kurzen Vorstellungsrunde haben sich die Mitgliedsorganisationen
vorgestellt und die Schwerpunkte ihrer Vereinsarbeit vorgestellt.
Frau Dr. Gunst führte die Mitgliedsorganisationen in die Thematik ein.
Es wurde auch ein kurzes Zwischenresumee zu der derzeit stattfindenden
Erhebung von Frauen mit Migrationshintergrund gegeben.
Als nächstes ging man auf den Kernpunkt der Tagung ein und erläuterte die
Vorgehensweise der Qualifizierungsmaßnahmen die im Rahmen des Projektes
stattfinden sollen.
Den anwesenden Teilnehmern wurde der Inhalt des Fragebogens der den
Mitgliedsorganisationen zugeschickt wurde vorgestellt. Der Fragebogen
dient als Instrument für eine Erhebung zur Bedarfsermittlung von
Qualifizierungs- und sonstigen Maßnahmen. Gleichzeitig soll er
Aufschluss über die Struktur in den einzelnen Mitgliedsvereinen geben.
Der Fragebogen besteht aus 14 Fragen, die neben allgemeinen Angaben die
unterschiedlichsten Themen wie Räumlichkeiten der Organisation,
Zusammensetzung des Vorstands und vorhandene Gruppen in der Organisation
wie z.B. Jugendgruppen und Frauengruppen, eingeschriebene Mitgliederanzahl,
Aktivitäten der Organisation und ihre technische Ausstattung thematisiert.
Der Fragenbogen wurde in griechischer und spanischer Sprache übersetzt und an
die entsprechende Dachverbände der BAGIV weitergeleitet.
Im Anschluss wurde die Erhebung am Beispiel der griechischen Gemeinden von Frau Chartomatsidou vorgestellt.
Der Verband der griechischen Gemeinden (OEK), umfasst 140 griechische
Gemeinden, die sich über das ganze Bundesgebiet verteilen.
Die OEK
hat den Fragebogen an diese 140 griechischen Gemeinden verschickt und
bisher ca. 50 ausgefüllte Bögen zurückerhalten, das bedeutet, dass
ca. 33% der Gemeinden bis jetzt geantwortet haben. Eine erste
Auswertung erläuterte Frau Chartomatsidou mit folgenden Teilergebnissen.
In den Vorständen der griechischen Gemeinden dominiert eindeutig die
Präsenz der männlichen Mitglieder.
Zur Frage der Jugendpräsenz ist festzustellen, dass in den Vorständen
der Gemeinden kaum Jugendliche unter 30 Jahren vertreten sind. Wenige
Jugendliche haben nur eine Funktion in der Vorstandsarbeit und in
diesem Falle dominiert wieder die männliche Quote.
Die Existenz der Jugendlichen in den griechischen Gemeinden hat mit
den Jahren auch sehr stark nachgelassen. Die Jugend ist immer seltener
in diesen Gemeinden anzutreffen. In 68% der griechischen Gemeinden sind
keine Jugendgruppen vorhanden, in 29% der Gemeinden sind aktive
Jugendlich vorzufinden.
Die gegenteilige Aussage, erfuhren wir bei der Frage nach der Existenz
von Frauengruppen.
Die Gemeinden teilten weiterhin mit, dass weitere Angebote für andere
Gruppen bestünden, z.B. Fußball, Tanzen, Handarbeit, Computerkurse,
Sprachkurse für muttersprachlichen Unterricht, aber auch Deutschkurse.
Alle Angebote erfuhren großen Zuspruch. Unter den Angeboten besteht
etwa die Hälfte aus Bildungsprogrammen.
Im Allgemeinen ist durch diese Umfrage deutlich geworden das die
griechischen Gemeinden noch sehr aktiv in ihrer Vereinsarbeit sind,
aber das es immer schwieriger wird die Jugend mit ein zubinden. Des
weiteren fehlt vielen griechischen Gemeinden eine gute technische
Ausstattung die in der heutigen Zeit für eine professionelle und
effektive Vereinsarbeit und die Kommunikation mit anderen Organisationen
unabdingbar ist.
Darauf folgend präsentierte Frau Heras, die Erhebung der spanischen Vereine.
Der Bundesverband der spanischen sozialen und kulturellen Vereine in Deutschland hat den Fragebogen an seine 40 Mitgliedsorganisationen weitergeleitet. Bis heute hat die BAGIV ca. 1/3 zurückerhalten.
Die Auswertung der Erhebung der Spanischen Vereine hat ergeben, dass das
Problem der nicht Partizipation der Jugendlichen in der Vereinsarbeit
nicht nur ein Problem der griechischen Gemeinden ist, sondern sehr
deutlich auch bei den spanischen Vereinen im Trend liegt. Hier ist
die Anteilnahme sehr niedrig von 10 spanischen Vereinen ist in keinem
eine aktive Jugendgruppe vorhanden, (ausgenommen Verbände die spezielle
Jugendprojekte organisieren, wie z.B. der spanische Bundesverband oder
die Jugendinitiative JEOH in Hamburg). Zu dem Thema Partizipation der
Frauen, in den spanischen Vereinen hat sich bestätigt das die Frauen
schon zu den Vereinen gehen, jedoch keine speziellen Kurse oder
Aktivitäten für sie angeboten werden. Sie treffen sich in diesen
Vereinen um den Kontakt zwischen ihnen zu erhalten.
Die technische Ausstattung weist in den spanischen Vereinen auch
erhebliche Mängel hervor.
Telefon besitzen eigentlich alle Vereine, aber bei der Ausstattung von
PC´s oder Faxgeräten sind wir auf enorme Defizite gestoßen. Dieser Mangel
an technischer Ausrüstung beeinträchtigt somit auch erheblich die
Vereinsarbeit und die Kommunikation mit anderen Organisationen.
Als Fazit wurde durch diese Erhebung deutlich, dass die Vereinsstrukturen
der Organisationen teilweise veraltet sind und aus diesem Grund die
Jugend sich von ihnen nicht angesprochen fühlt. Um mehr Partizipation
von Seite der Jugend zu erwarten müssen mit Hilfe der Jugend die alten
Vereinsstrukturen aufgebrochen werden. Die technische Ausstattung müßte
in den Mitgliedsorganisationen vorhanden sein damit die Vereine ihre
Vereinsarbeit Zeitgemäß und professionell weiterhin führen können. Für
die Frauen sollten Angebote stattfinden damit sie sich entfalten können,
denn in ihnen steckt mehr als nur gute Köchinen.
Nach der Präsentation der Erhebungen am Beispiel der griechischen Gemeinden und der spanischen Vereine, trug Frau Kaya die Ergebnisse der Erhebungen der sonstigen Vereine vor, die das Bild der bereits vorgestellten Ergebnisse bestätigte.
Im Anschluss erfolgte mit den Teilnehmern eine Diskussionsrunde, in
welcher die Eindrücke der Erhebungen mitgeteilt wurden und eigene
Erfahrungen in der Vereinsarbeit ausgetauscht werden konnten. Außerdem
wurde seitens der BAGIV, den Teilnehmern ein Themenkatalog präsentiert
mit den Ergebnissen der Bedarfsermittlung.
Die Bedarfsermittlung behandelt Themen in den Bereichen Politische
Partizipation, Bildung und Themen zur Familienbildung.
Die anwesenden Organisationen hatten somit die Möglichkeit, eigene
Themen vorzuschlagen die in den zukünftigen Qualifizierungsmaßnahmen
behandelt werden könnten.
Als Resumée war diese Tagung sehr intensiv und viel versprechend. Die Teilnehmer waren sehr engagiert und trugen sehr zum Erfolg dieser Veranstaltung bei.
Dieses Protokoll zum Thema
"Stärkung und Aktivierung des Potentials von Migrantenselbstorganisationen
für die Integration von Zuwanderern"
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