Bundesarbeitsgemeinschaft
der Immigrantenverbände
in Deutschland e.V.

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Tagung vom 27.-28. Mai 2000 in Köln




Tagung zum Thema:

Politische Partizipation von Jugendlichen
und spezifische Probleme in der (Aus)bildung



Junge Migrantinnen und Migranten sollen versuchen ihre Anliegen zum Gegenstand der deutschen politischen Parteien zu machen. Besonders die Schulprobleme müssen dort Berücksichtigung finden. Notwendige Voraussetzung dafür ist die Stärkung der sozialen und politischen Partizipation gerade der Jugendlichen ausländischer Herkunft und zwar möglichst in allen Parteien des politischen Spektrums. Das ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration, wie der Politologe Stamatis Assimenios in seinem Vortrag „Die Notwendigkeit der aktiven Beteiligung jugendlicher MigrantInnen an den Selbstorganisationen“ betonte. Die Tatsache, daß immer mehr Migrantinnen und Migranten die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben, trägt dazu bei, daß ihren Belangen seitens deutscher Parteien immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dennoch brauchen auch deutsche Parteien formulierte Thesen über die Anliegen der Migrantinnen und Migranten und hierfür ist die Bedeutung der Selbstorganisationen für MigrantInnen wichtige Voraussetzung. Dazu gehört auch, daß die Betroffenen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und alle Partizipationschancen nutzen.


Das ist u.a. das Ergebnis des zweitägigen Seminars, das die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in der Bundesrepublik Deutschland (BAGIV) vergangenes Wochenende in Köln veranstaltete.

Das Seminar mit dem Thema „Berücksichtigung der spezifischen Interessen der jungen MigrantInnen durch die Politik“, das im Rahmen einer Veranstaltungsreihe der BAGIV „Politische Partizipation von Jugendlichen ausländischer Herkunft“ organisiert wurde fand großen Zuspruch von jungen MigrantInnen. Die Teilnehmer wurden zunächst durch den Präsidenten der BAGIV, Herrn Kostas Pappas, begrüßt.

Der einleitende Vortrag von Mehmet Tanriverdi, Präsident der Kurdischen Gemeinde und Vizepräsident der BAGIV, befaßte sich mit „Jugendlichen ausländischer Herkunft, speziell kurdischen Jugendlichen in Deutschland“. Höhepunkt des Seminars war eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von politischen Parteien. Vertreten waren die Landtagsabgeordnete Frau Vera Dedanwala von der SPD, die Stadtverordnete Brühls Frau Sandra Brühl von der CDU und der türkische stämmige Duisburger Herr Mahammed Al von der FDP.


Das größte Problem mit dem die jugendlichen MigrantInnen konfrontiert sind, ist das der Schulbildung. Die Verbesserung der Deutschkenntnisse mit gleichzeitiger Pflege der Muttersprache ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration nach Meinung der Landtagsabgeordneten Frau Vera Dedanwala (SPD). Bemängelt wurden auch die Qualifikationen der deutschen Schulen in Bezug auf interkulturelle Erziehung und der Lehre der deutschen Sprache als Zweitsprache. Für die Integration müssen nicht nur die MigrantInnen, sondern auch die Majoritätsgesellschaft und ihre Institutionen mehr leisten. Die Selbstorganisationen der MigrantInnen können auch einen wesentlichen Beitrag in dieser Richtung leisten, wenn ihre erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen sowie ihre Infrastruktur von den staatlichen Institutionen in Anspruch genommen werden.

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Stand 24.06.2007 | Sitemap | Impressum | Kontakt