Bundesarbeitsgemeinschaft
der Immigrantenverbände
in Deutschland e.V. 

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Nationaler Integrationsplan

Der Nationale Integrationsplan stellt die Integrationspolitik in Deutschland auf eine neue Grundlage: Alle staatlichen Ebenen Bund, Länder und Kommunen - sowie Vertreter der Bürgergesellschaften und Migranten verständigten sich auf eine nachhaltige Integrationspolitik.
In Deutschland leben rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Ihre Integration ist eine Schlüsselaufgabe für die ganze Gesellschaft. Viele Migranten haben längst ihren Platz in der Gesellschaft gefunden. Es gibt aber auch Integrationsprobleme. Viele sprechen unzureichend Deutsch, schneiden in Bildung und Ausbildung schwächer ab und sind häufig arbeitslos. Vor diesem Hintergrund lud die Bundeskanzlerin Angela Merkel am 14. Juli 2006 zum ersten Nationalen Integrationsgipfel ein. Damit begann der Dialog auf breitem Fundament über die Frage, wie Integration vorangebracht werden kann.
Am 12. Juli 2007 stellte die Bundeskanzlerin beim zweiten Integrationsgipfel den Nationalen Integrationsplan vor. Folgende Themen bilden die Schwerpunkte des Nationalen Integrationsplans: Integrationskurse verbessern; frühe Sprachförderung; Bildung, Ausbildung; Arbeitsmarkt; Situation von Frauen und Mädchen; Integration vor Ort; Integration und Bürgergesellschaft. Der Nationale Integrationsplan enthält klare Ziel sowie über 400 konkrete Maßnahmen und Selbstverpflichtungen der staatlichen und nichtstaatlichen Akteure.
Am 6. November 2008 wurde von der Bundeskanzlerin eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Quelle: http://www.bmi.bund.de/.../Integration/NatIntegrationsplan/natIntegrationsplan_node.html

Nationaler Integrationsplan schafft Paradigmenwechsel in Integrationspolitik

Inneres/Unterrichtung

Berlin: (hib/HAU) Der Nationale Integrationsplan stellt einen Paradigmenwechsel in der Integrationspolitik dar. Das schreibt die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer (CDU), im siebten Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland, der als Unterrichtung (16/7600) vorliegt. Es gebe eine Verschiebung hin zu Integration durch Bildung, berufliche Qualifikation und den Erwerb deutscher Sprachkenntnisse, nachdem lange Zeit vorrangig der formale Zugang zum Arbeitsmarkt und Fragen der rechtlichen Gleichstellung von Ausländern im Mittelpunkt gestanden hätten, heißt es in dem Bericht. Als Schlüssel für ein Gelingen der Integration, so die Bundesbeauftragte, sehe man sprachliche, schulische und berufliche Bildung an, die Zugangsvoraussetzungen zu Arbeit und Einkommen seien. Entscheidende Grundlagen für den Bildungserfolg würden im frühkindlichen Bereich gelegt, heißt es weiter. Insbesondere für Kinder aus Zuwandererfamilien sei daher die Beteiligung an Tageseinrichtungen wichtig. Diese würden künftig verstärkt vor der Aufgabe stehen, den Spracherwerb aktiv zu unterstützen, da für 16,2 Prozent aller drei- bis fünfjährigen Kinder in Tageseinrichtungen Deutsch nicht vorrangige Familiensprache sei. Sprachstandserhebungen in den Bundesländern hätten ergeben, dass ein großer Teil der Kinder mit Migrationshintergrund Sprachdefizite im Deutschen hätte. Mit 17,5 Prozent lag der Anteil ausländischer Schulabgänger ohne Abschluss dem Bericht zufolge auch im Jahr 2005 deutlich über dem der Deutschen (7,2 Prozent). Im Jahr 2003 allerdings hätten noch 19,2 Prozent der ausländischen Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen. Der Hauptschulabschluss dominiere nach wie vor bei ausländischen Schulabsolventen (41,7 Prozent), während lediglich 8,2 Prozent die Hochschulreife erlangten. Bei deutschen Schülern habe der Anteil bei 25,7 Prozent gelegen. Weiter gesunken seien die Vermittlungschancen ausländischer Jugendlicher auf dem Ausbildungsstellenmarkt, heißt es weiter. Habe die Ausbildungsquote 1994 noch bei 34 Prozent gelegen, so sei sie bis zum Jahr 2006 auf 23 Prozent gesunken. Ursache dafür, so heißt es in dem Bericht, sei einerseits die ungünstige Ausbildungsplatzsituation der letzten Jahre sowie die generell niedrigere schulische Qualifikation dieser Jugendlichen und andererseits die Tatsache, dass ausländische Jugendliche weit weniger von den Aktivitäten des Ausbildungspaktes profitieren würden als deutsche Jugendliche. Deshalb habe sich die Bundesbeauftragte dafür eingesetzt, dass die Paktpartner künftig Jugendliche mit Migrationshintergrund stärker in ihren Bemühungen berücksichtigten. Das Armutsrisiko war laut Bericht im Jahr 2005 für die Bevölkerung mit Migrationshintergrund deutlich höher (28,2 Prozent) als für Menschen ohne Migrationshintergrund (11,6 Prozent). In Großstädten, so heißt es weiter, setze sich die armutsgefährdete Bevölkerung fast zur Hälfte (48 Prozent) aus Personen mit Migrationshintergrund zusammen. Da sich ethnische Konzentrationen in der Regel in sozial benachteiligten Wohnquartieren mit hoher Arbeitslosigkeit finden, komme dem Quartier im Integrationsprozess wachsende Bedeutung zu, heißt es. Für die Bundesregierung sei dies der Anlass gewesen, im Programm "Soziale Stadt" benachteiligte Stadtgebiete mit hohen Zuwandereranteilen gezielt zu fördern.

Herausgeber

Deutscher Bundestag, PuK 2 - Parlamentskorrespondenz

Quelle: http://www.bundestag.de/presse/hib/2008_04/2008_093/05.html

Nationaler Integrationsplan - Die BAGIV zieht Zwischenbilanz

siehe Website BAGIV 6. November 2008
siehe Website BAGIV 29. Oktober 2008

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Stand 09.10.2009 | Sitemap | Impressum | Kontakt